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Newsletter Nr. 2 / 2020

Guten Tag

Corona Infos Alters- und Pflegeheim Perlapark

 

Coronavirus und wir?

Wie alle Dienstleistungsbetriebe wurden auch wir vom Coronavirus auf dem «falschen Fuss» erwischt.
Plötzlich war es da. Nicht einfach eine Grippe, sondern eine Pandemie.
Pandemie, da war doch was? Schon seit Jahren existiert eine Pandemieplanung, die wir für das Alters- und Pflegeheim Perla Park in einem Handbuch erarbeitet haben.
Eigentlich ging es ursprünglich darum, einen Norovirus rasch in den Griff zu bekommen.
Dort wird klar beschrieben, welche Vorräte an Schutzmasken, Handschuhen, Desinfektionsmittel, Schutzanzügen, Schürzen vorhanden sein müssen. Weiter auch, wie wir unsere Arbeit unter erschwerten Bedingungen weiterführen können, ohne dass die Qualität abnimmt. Dieser Ordner war und bleibt für uns sehr wichtig, denn nach ihm richtet sich unsere Arbeit heute aus.

Unsere erste Aufgabe war die Überprüfung des vorhandenen Materials.
Sofort wurde ein Inventar aufgenommen und wir durften erleichtert feststellen, dass wir hier die Vorgaben erfüllen.
Dann kam sie, die Regelung, dass ab sofort ein Besuchsverbot von Angehörigen eingeführt wird, weil alle unsere Bewohnerinnen und Bewohner zur sogenannten «Risikogruppe» zählen: über 65 und zu rund 90 % mit diversen Vorerkrankungen belastet, die bei einer Infizierung tödlich sein können. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner haben ein Durchschnittsalter von 84,8 Jahren.
Danach mussten die Mitarbeitenden für die Vorgaben der GUD und des Bundesrates sensibilisiert werden.
Wohnen im Alter ohne grosse Gruppen, die gemeinsam am Mittagstisch sitzen, sondern Social Distancing. Aufteilen auf viele Tische mit lediglich 2 Personen an einem Tisch. Hände waschen und desinfizieren beim Eintreten in den Perla Park. Arbeiten mit Masken und Handschuhen für alle Mitarbeitenden des Alters- und Pflegeheims, die mit Bewohnerinnen oder Bewohnern in Kontakt kommen und die vorgegebenen 2 Metern Distanz nicht einhalten können.
Beobachten und sofort reagieren, beim kleinsten Verdacht auf Husten oder erhöhte Temperatur.
Die ganze Umstellung ist sehr gut aufgenommen worden und die Disziplin unserer Mitarbeitenden verdient ein grosses Lob.

Wie gehen Angehörige mit dieser Regelung um?

Es beruhigt uns zu erleben, wie verständnisvoll und voller Vertrauen in unsere Arbeit die Angehörigen darauf reagiert haben. Wir haben Bewohnerinnen und Bewohner, deren Angehörige mindestens einmal pro Woche ihren Vater oder Mutter besucht haben. Da kam eine grosse Traurigkeit zum Vorschein, eine Art von Abschiednehmen und die grosse Frage, wie lange dauert das?
Wir können das heute noch nicht beantworten. So lange die Anzahl an infizierten Menschen in unserem Land dauernd zunimmt, wissen wir es nicht. Wir versuchen pragmatische Lösungen zu finden. Telefonieren mit Skype oder WhatsApp, um in Kontakt zu bleiben. Dies bedeutet einen grösseren Aufwand für unsere Pflegenden. Eine halbe Stunde im Rollstuhl nach draussen, geschützt mit Maske und Handschuhen für ein Ehepaar, der Freund, der beim Haupteingang auf drei Meter Distanz mit seiner Freundin spricht. Wir sind mehrheitlich in engem Kontakt und lassen den Angehörigen wichtige Informationen zukommen.

Was bringt uns die Zukunft?

Ohne die Wirtschaft weltweit nachhaltig zu schädigen, werden wir möglichst bald den Lockdown beenden müssen. Der Staat kann ohne eine gesunde Wirtschaft seinen Aufgaben nicht nachkommen. Es geht nicht darum Wirtschaft gegen Menschenleben aufzuwiegen, sondern möglichst rasch einen Impfstoff oder Medikamente zu finden, die dem Coronavirus den Schrecken der hohen Mortalität nehmen.
Realistisch eingeschätzt, wird das aber noch mehrere Monate dauern. So lange werden wir weiterhin mit Einschränkungen und Gesundheitsmassnahmen in noch nie erlebtem Ausmass leben müssen.
Wir brauchen Geduld, Disziplin und Ausdauer. Wir dürfen in unserer Arbeit nicht nachlassen, nicht unvorsichtig werden.
Auch wenn in der Wirtschaft die Coiffeure, Podologinnen und PhysiotherapeutInnen bald Kunden empfangen dürfen, ändert das nichts daran, dass wir als privates Altersheim und Pflegeheim in der Verantwortung für unsere Bewohnerinnen und Bewohner in keinem Moment nachlassen dürfen.
Die grösste Risikogruppe, die Menschen in den Altersheimen, die Menschen mit vielen Vorerkrankungen, wird sich noch lange vor diesem Virus schützen müssen.
Wir werden auch weiterhin vorsichtig bleiben, um das bei uns zu verhindern
Es gibt genügend Beispiele von Heimen, in denen das Coronavirus heftig zugeschlagen hat.

Es geht nur gemeinsam, in einem guten Zusammenspiel zwischen Mitarbeitenden, Angehörigen und Bewohnerinnen und Bewohnern.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten, für viel Verständnis und für die Einhaltung des Besuchsverbots.

Blibbed sie gsund!!

Walter Winteler, Geschäftsführer