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Newsletter Nr. 10/November 2014

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Konfrontation mit Neuem und mit neuen Situationen

Bereits mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative wird sich in den Alters- und Pflegeheimen, in Spitälern, bei Ärzten und Studierenden etwas bewegen. Wir müssen damit rechnen, dass der Markt für Diplomiertes Fachpersonal im Gesundheitswesen massiv knapper wird. Schon heute ist es schwierig, die gesetzliche Anforderung, dass 50 % aller in der Pflege beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Diplomiertem Fachpersonal bestehen muss, zu erfüllen. Und bereits steht uns die nächste Herausforderung vor der Tür. Die ECOPOP- Initiative würde, bei einer Annahme, zu noch mehr Einschränkung in der Rekrutierung von Fachpersonal führen und es wäre gefährlich, einfach davon auszugehen, dass diese Initiative keine Chance hat. Auch wenn wir uns schwer mit Neuerungen tun, es gilt sich auf das Worst Case vorzubereiten und damit zu rechnen, dass die ECOPOP-Initiative angenommen wird.

Wie sollen wir damit umgehen?

  • Älteren Mitarbeiterinnen eine Chance geben

Unsere älteren Mitarbeitenden verkörpern ein äusserst wertvolles "soziales Kapital" der Firma, das in einem sich ständig wandelnden Markt wieder vermehrt integriert werden muss.

Dabei gilt es, die aktuellen Interessen und Möglichkeiten sowie den Erfahrungsschatz der älteren Mitarbeitenden im Dialog auszuloten. Gegebenenfalls kann auch auf die Erkenntnis einer klassischen Standortbestimmung zurückgegriffen werden. Viele Mitarbeitenden haben nämlich gar nicht so viel Freude daran, pensioniert zu werden und würden gerne noch 1 bis 2 Tage in der Woche weiter arbeiten.

Hier gilt es, Flexibilität zu zeigen und die Gestaltung des Einsatzes primär auf die jeweiligen Stärken der Mitarbeitenden auszurichten und nicht auf dem Ausmerzen der Schwächen. Häufig sind wir bei solchen Überlegungen unglaublich Defizit orientiert.

In Weiterbildung auch für ältere Arbeitnehmende investieren?

  • Die Antwort ist ganz klar ein JA:

Die Erfahrung behält nur ihren Wert, wenn sie laufend durch neues Wissen ergänzt wird, welches durch erneute Anwendung auch wieder zu wertvoller Erfahrung wird. Das bedeutet aber auch, dass wir älteren Mitarbeitenden gerade in Sachen Weiterbildung durchaus etwas zumuten und vor allem zutrauen dürfen. Ältere Mitarbeitende werden von der Weiterbildung oft stiefmütterlich behandelt, "weil sie ja sowieso in zwei bis drei Jahren pensioniert werden". Wir dürfen älteren Mitarbeitenden auch zumuten, diese vielen Erfahrungen zusammen mit anderen zu reflektieren, um sie so in Kompetenzen für unsichere Zeiten zu verwandeln. Gerade ältere Mitarbeitende können einen wesentlichen Beitrag zur lernenden Organisation leisten. Sie haben ein feines Gespür für Fairness und ausgewogene Deals zwischen Arbeitgeber und der Belegschaft. Wenn sie realisieren, dass sie nicht einfach stehen gelassen werden und damit über kurz oder lang gegenüber jüngeren Kolleginnen und Kollegen zurückfallen, sondern ihnen auch Entwicklungswege geöffnet werden und ihre Erfahrung etwas gilt, sind sie gerne bereit, solche "Zumutungen" in Kauf zu nehmen.

Welche Vorteile erwachsen uns daraus?

  • Das sind die Vorteile

Über eine nachhaltige Unternehmensentwicklung, die den vorhandenen Ressourcen Mensch Sorge trägt und damit dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel ein Schnippchen schlägt, über eine sichergestellte Kontinuität in den Beziehungen zu unseren Bewohnern, bis hin zu einem erfolgreichen "Employer Branding" (dt. Arbeitgebermarkenbildung) das heute in aller Munde ist.

Die Schattenseiten

  • Machen wir uns nichts vor

Wer das konsequent umsetzen will, braucht einen langen Atem! Wir alle haben in Sachen ältere Mitarbeitende "noch viele Wände im Kopf" aber auch hier gilt letztlich: Es gibt viel zu tun: Packen wir es an!

Wie machen wir das im Perla Park?

  • Wir beginnen mit dem Archenbau

Im Perla Park beginnen wir bereits damit, Mitarbeitende, die in Pension gehen, nach Möglichkeit noch ein paar Jahre, mit einem stark reduzierten Pensum, und nach ihren Wünschen, weiter zu beschäftigen. Sei das als Sterbebegleiterin oder wie bei unserem pensionierten Hauswart, der den Neuen bei Ferienabwesenheiten oder Krankheit gerne vertritt, unser Haus in- und auswendig kennt, weiss, wo, welche Rohre hinführen. Seine Erfahrung ist unbezahlbar. Hier haben wir einen Vertrag mit Jahresstunden, auf der Basis von 20% vereinbart. Wir werden das gegenseitige Erfolgsmodell in den nächsten Jahren mit anderen Berufsgruppen ( Küche / Hauswirtschaft ) ausbauen. Wir arbeiten darauf hin, der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, die bis in drei oder vier Jahren vielen Schwierigkeiten bescheren wird, ein Schnippchen zu schlagen.

Pensionierung: und was passiert mit unserer Partnerschaft?

Wussten Sie, dass der Ausstieg aus dem Erwerbsleben eine der bedeutendsten Veränderungen im Erwachsenenleben ist?

Die Pensionierung erfordert eine umfassende Neuorientierung. Frauen und Männer zeigen auf ihrem Weg in die Pension deutliche Unterschiede: in der Pflege der Beziehungen, im Umgang mit Geld, im Gesundheitsverhalten und in der Rollenorientierung. Wer hat nicht in seinem Bekanntenkreis ein oder mehrere Paare, die sich in 40 Jahren Ehe nie so viel gestritten haben wie im ersten Jahr der Pensionierung eines der Partner? Wer sich nicht einreihen will in die wachsende Gruppe derjenigen, die sich in der neuen Lebensphase scheiden lassen, tut gut daran, sich gemeinsam einige Fragen zur Lebensge-staltung nach der Schallgrenze 64/65 zu stellen.

Eigenes und gemeinsames kombinieren

Es ist hier wie überall: einfache Rezepte gibt es nicht. Doch sollten sich Ehepartner gut vorbereiten und in gegenseitiger Absprache dafür sorgen, dass

  • jeder eine eigene Welt bewahrt und weiterhin pflegt (mein Jassklub, mein Turnverein) und über diese getrennten Kontakte, Themen und Aktivitäten Anregungen holt für den lebendigen Austausch mit dem Partner/der Partnerin. Wichtig ist, dass die verschiedenen Welten auch zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten gelebt werden. Wenn ich in meiner Welt bin, soll mir der andere nicht permanent über die Schulter schauen, weil ihm gerade langweilig ist.
  • beide eine gemeinsame Welt haben: unser Chor, (Bass/Sopran), unsere Ferienprojekte, unser Tanzabend. Hier teilen beide eine gemeinsame Vorliebe oder engagieren sich für eine gemeinsame Sache, was die Partnerschaft stärkt.

Natürlich geht es nicht nur um Fun sondern auch um Aufgaben und Pflichten. Dieses Grundmuster gilt auch für die verbleibenden Aufgaben wie das Haushalten, das Ausfüllen der Steuererklärung. Gerade in solch "kleinen" Dingen liegt nach wie vor viel Konfliktpotential für unvorbereitete Paare.

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern bereits heute eine friedliche Adventszeit und dass einige unserer Anregungen bei Ihnen ankommen und Sie unsere Newsletter auch an Freunde und Bekannte senden.

Persönlich bedanke ich mich bei den vielen positiven Rückmeldungen. Bisher haben lediglich rund 5 Personen unseren Newsletter abgemeldet. Etliche Interessenten sind neu dazugekommen.

Ich bedanke mich an dieser Stelle auch bei allen Mitarbeitenden im Perla Park, die Tag für Tag, mit vollem Einsatz und zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner wirklich starkes Engagement zeigen.

Ein ganz besonderer Dank geht an den Stiftungsrat und seinem engagierten Präsidenten. Das mir entgegengebrachte Vertrauen hilft, gute und schnelle Lösungen, mit ungewöhnlichen Entscheiden und aussergewöhnlichen Investitionen, erreichen zu dürfen.

Ich freue mich auf meine nächsten 5 Jahre (bis zur Pensionierung) und vielleicht auch auf ein Engagement darüber hinaus, als Ferienablöse, Platzhalter oder bei einem krankheitsbedingten Ausfall der Heimleitung. Es sind Ressourcen in ganz vielen Mitarbeitenden vorhanden, die es gilt, in Zukunft, zum gegenseitigen Vorteil, zu nutzen. Wer nicht für die Zukunft plant, wird von der Vergangenheit eingeholt.

Mit besten Grüssen

Walter Winteler, Geschäftsführer

Die nächste Ausgabe erscheint im Januar 2015.