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Newsletter Nr. 15/ Dezember 2015

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Weihnachten und Luxus

Was ist Luxus? Ein Rolls-Royce, eine seltene Rose oder einfach ein Tag ohne Handy? Kostbar ist, was rar ist. Aber es muss nicht immer Kaviar sein.
Was würden Sie unternehmen, wenn Sie einen Rolls-Royce geschenkt bekämen? Inklusive der Deckung aller Nebenkosten? Würden Sie dieses Auto dankend entgegennehmen, sich freuen und damit umherfahren? Oder würden Sie einmal damit über Land flüstern, das Erlebnis geniessen, den "Rolls" dann aber verkaufen? Oder befällt Sie ein unbehagliches Gefühl allein schon beim Gedanken, in diesem luxuriösen Gefährt von anderen auf der Strasse gesehen zu werden? Oder müssten Sie das Geschenk ablehnen, weil in Ihrer Garage bereits mehrere ähnlich kostbare Karossen stehen und darum kein Platz mehr da ist? Was machen Sie mit dem Rolls-Royce - und was macht der Rolls-Royce mit Ihnen?
Was als Luxus empfunden wird, hängt natürlich von der persönlichen Einstellung und Position ab. Nicht für alle ist es erstrebenswert, ein Luxusfahrzeug zu besitzen. Und nicht alle, die einen Rolls-Royce haben, betrachten ihn als Luxusgut. Dieser Wagen hält ein Menschenleben lang und ist damit wirtschaftlicher und ökologischer als die sieben Mittelklasseautos, die eine Person des Mittelstandes während ihres Lebens vielleicht verbraucht. Die Merkmale des Luxus verändern sich zudem, und was Luxus ist, lässt sich allgemeingültig in einem einzigen Satz nicht zusammenfassen. Aber immer ist Luxus auch ein Gefühl. So meinte die legendäre Coco Chanell (1883 - 1971), Erfinderin des kleinen Schwarzen: "Luxus ist ein Stoffmantel mit Pelz, aber innen. Die Dame allein weiss, dass sie Pelz trägt. Sie hat es nicht nötig, darauf hinzuweisen." Luxus ist auch ein Begriff für rare Dinge: Ötzi, der Südtiroler, der vor über 500 Jahren in den Alpen umherschlich, trug ein absolutes Luxusgut auf sich. Seine Axt hatte eine Klinge aus Kupfer. Die Herstellung einer Kupferklinge war damals ein Hightech-Vorgang, und der Besitz dieser Axt weist Ötzi als hochrangige Person aus. Die Axt als Unterscheidungsmerkmal - der eine hat sie, die anderen haben sie nicht. Aber alle können das Zeichen lesen und wissen, der mit der Axt ist der Hervorragende. Doch die Zeiten ändern sich. Käme der kleine Mann aus den Alpen heute mit seiner Axt durch die Bahnhofstrasse geschritten, würde er rasch in Gewahrsam genommen und mindestens in die Psychiatrie gerbracht.
Der irische Schriftsteller Oscar Wilde (1854 - 1900) ein Ästhet und Dandy, wird gern zitiert, wenn es um Luxus geht. Er hat die Extravaganzen geliebt und gepflegt. Das zeigt sich auch in seinem Humor: "Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten Zufrieden."
Vom Besten gibt es meist nur wenig, zum Beispiel weil nur wenige Menschen in der Lage sind, es zu erzeugen. Ob es sich dabei um Schmuck, Musik, Essen oder Architektur handelt, spielt keine Rolle. Luxus kann aber auch peinlich sein, wenn Luxus zum Protzen verwendet wird.
Dem Wandel der Zeit entsprechend, scheint es heute sinnvoll, den Luxus im Einfachen zu finden. Es ist zum Beispiel ein Zeichen luxuriöser Lebensführung, nicht erreichbar zu sein. Wer ständig am Handy hängt, ist irgendwelchen Verpflichtungen unterworfen. Das signalisiert Unfreiheit und die macht nicht schön.

Was hat das Thema Luxus mit unseren Bewohnerinnen und Bewohner zu tun?

Wie Oscar Wilde: (ich bin immer mit dem Besten zufrieden) versuchen wir unseren Bewohnerinnen und Bewohnern im Perla Park eine Wohlfühloase zu bieten, die zu den Besten gehört. Wir legen Wert darauf, dass wir unsere Leistungen, unseren Service, unsere Zusammenarbeit mit den Angehörigen, aber auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittels einer standardisierten Qualitätsmessung testen lassen und unsere Resultate mit anderen Institutionen der Langzeitpflege vergleichen. 2013 ist die Befragungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu ihrem Wohlbefinden bei der Arbeit, und in diesem Jahr die Angehörigenbefragung durchgeführt worden. Wohlbefinden während Besuchen, Kontakt mit Pflege/Betreuung, medizinische und gesundheitliche Versorgung, Verpflegung, gemeinsames Wohnen, Privatsphäre, Aktivitäten und Anlässe, Präsenz des Personals, weitere Dienste und Gesamtbeurteilung wurde befragt. Wir danken an dieser Stelle den Teilnehmenden für Ihre Antworten. Sie helfen uns, Schwachstellen aufzudecken und damit in einzelnen Projekten verbessern zu können. Dort wo wir als "Spitze" wahrgenommen werden, werden wir weiterhin daran arbeiten, dass das auch in Zukunft so bleibt.
Unsere Dienstleistungen sind kein Luxus. Zeit für unsere Bewohnerinnen und Bewohner zu haben, auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen zu können, das empfinden wir, in der heutigen Zeit in der alles schneller gehen und alles billiger werden soll, als schön und nicht als Luxus.

Luxus für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ist die Zeit, die Sie mit ihren Angehörigen, mit Besucherinnen und Besuchern verbringen können. Wenn sie spüren, dass sie immer noch ein Teil der Gesellschaft, der Familie sind.
Unsere Weihnachtsfeier gehört mit zu dieser Zeit des "Luxus". Gemeinsam ein gutes Nachtessen geniessen, gemeinsam singen, gemeinsam Zeit haben, Nähe zu spüren, das ist für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ein Luxus. Liebe, Nähe und Wärme sind in der Adventszeit noch wichtiger, wenn die Tage grau, feucht und kalt, und die Nächte lang sind.
Gönnen Sie sich selbst auch diesen Luxus, einmal ein paar Stunden bei uns zu sein, Ihr Handy abzustellen und sich selber ein paar Stunden vom Alltag zu entfernen. Mit Ihrer Mutter oder Vater in die Zeit zurück zu kehren, als sie alle gemeinsam Weihnachten zelebriert haben.

Zeit zu haben ist der wahre Luxus. Und dieser Luxus macht frei.

Ich wünsche Ihnen ein paar ruhige Tage ohne Handy und Computer, Weihnachten mit einem schön geschmückten Tannenbaum und stille Momente, um sich Gedanken darüber zu machen, wieviel Zeit Sie sich selber und Anderen im neuen Jahr schenken wollen. Zeit für sich und seine Liebsten zu haben, ist wahrer Luxus. Zeit zu schenken, macht jedes teure Weihnachtsgeschenk locker wett.

Walter Winteler / Geschäftsführer