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Newsletter Nr. 16/ Februar 2016

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Wie lebe ich gesund oder was ist ein Leben in Gesundheit

Eine Untersuchung von Grabsteinen in und um Rom hat ergeben, dass schon in der Zeit um Christi Geburt Personen aus niedrigen sozialen Schichten in jüngerem Alter starben als Personen aus höheren sozialen Schichten. Erstmals forderten Mediziner in der Mitte des 19. Jahrhunderts staatliche Massnahmen, wie die Verbesserung von Wohnbedingungen zum Schutz der Gesundheit der sozial weniger gut gestellten. Mit dem Fortschritt der Naturwissenschaften in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts - es wurden verschiedene Bakterien entdeckt und als Krankheitserreger identifiziert - traten die sozialen Ursachen von Erkrankungen für einige Zeit in den Hintergrund.

Heute führen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Statistiker und Statistikerinnen gesundheitliche Unterschiede vor allem auf das Gesundheitsverhalten, aber auch auf persönliche und soziale Faktoren zurück. Der Einfluss des sozialen Status auf die Gesundheit ist dabei viel stärker als umgekehrt.

Lebenserwartung und Gesundheit

Die in der Schweiz lebenden Menschen haben im Allgemeinen eine sehr hohe Lebenserwartung. Im Jahre 2012 geborene männliche Säuglinge werden, gemäss BFS (Bundesamt für Statistik), ein durchschnittliches Alter von 80,5 Jahren erreichen. Weibliche ein Alter von 84,7 Jahren. Wenig gut ausgebildete Männer werden voraussichtlich 4,6 Jahre weniger lang leben als ihre Zeitgenossen mit hohem Bildungsniveau. Bei den Frauen beträgt derselbe Unterschied 2,3 Jahre.

Gesundheitsverhalten und persönliche und soziale Ressourcen

Ein gutes soziales Netz und das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu haben, wirken sich positiv auf die Gesundheit aus und stärken das psychosoziale Immunsystem. Insgesamt sind Personen mit ausschliesslich obligatorischem Schulabschluss weniger davon überzeugt, die Kontrolle über ihr eigenes Leben zu haben, und sie verfügen häufiger über eine geringe soziale Unterstützung. Personen mit tiefer Bildung oder tiefem Einkommen zeigen ausserdem häufiger Verhaltensweisen, welche die Gesundheit beeinträchtigen. So begünstigen Übergewicht, Bewegungsmangel und Tabakkonsum die Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Rauchern treten häufiger Krebsarten auf, bei Übergewichtigen sind es Diabetes und Probleme des Bewegungsapparates. Bewegung schützt aber erwiesenermassen vor Darm - und Brustkrebs und vor Osteoporose.

Was in der BFS Studie deutlich wird: Die Suizidrate ist bei der ausländischen Bevölkerung markant tiefer als bei der schweizerischen. Es ist zu vermuten, dass Selbstmord in manchen Kulturen deutlich weniger akzeptiert ist als bei uns, aber man kann auch davon ausgehen, dass es psychisch Angeschlagene gar nicht schaffen, in ein anderes Land auszuwandern.

Die BFS Studie umfasst rund 35 Seiten und ist äusserst interessant. (Quelle: BFS ValeurS)

Was kann man aus solchen Studien lernen?

Wer sich ernsthaft mit solchen Studien befasst, sie nicht einfach liest und wieder vergisst, kann sehr viel daraus lernen und davon profitieren. Es bedeutet aber auch, die vorhandenen Strukturen und Angebote immer wieder genau anzuschauen und kritisch zu hinterfragen: Was machen wir gut? Was könnten wir besser machen? Wo müssen wir die Sache anpacken?
Das gibt meist Arbeit . . . Dies vor allem auch in einem Alters- und Pflegeheim.
Daraus ergeben sich für mich nämlich folgende Schlüsse:

· Wir müssen unseren alten Menschen ein gutes soziales Umfeld bieten
· Sie zu anderen Menschen bringen, bei denen sie sich wohl fühlen (z.B. Tisch zum Essen)
· Aktivierung, Bewegung, so viel wie möglich
· Abwechslung in der Unterhaltung, Tagesstruktur, Spaziergängen, Neues erleben bei Ausflügen, sind wichtig um unsere Bewohnerinnen und Bewohner zu motivieren mit zu machen, sich auf Neues einzulassen und damit ihr Wohlbefinden zu verbessern
· Besseres Wohlbefinden mindert die Altersdepression, erhöht die Lebensfreude und wirkt sich auch positiv auf das Wohlbefinden aus
· Gesunde, angepasste Ernährung und Aufmerksamkeit beim Zucker- und Salzkonsum können vor schweren Krankheiten schützen oder vorhandene ein wenig mindern
· Hirntraining zur Vermeidung oder zumindest Verlangsamung von demenziellen Erkrankungen

Einen positiven Nebeneffekt haben solche Aktivitäten auch noch:
· Wer sich wohl fühlt, beschwert sich auch weniger oder ist toleranter, wenn ein Fehler passiert

Der Perla Park hat entsprechende Angebote in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Im Bereich Aktivierung und Bewegung verfügen wir heute über 3 Mitarbeitende und 170 Stellenprozente. Dies bei 46 Bewohnerinnen und Bewohnern, was ein Spitzenwert in Zürich ist.

Was tun wir für unser Personal?

Gemäss der Studie vom BFS sticht die Schweiz in Sachen flexible Arbeitszeit deutlich hervor. Die Schweizer Arbeitnehmenden geniessen in diesem Punkt deutlich mehr Flexibilität als jene in der Europäischen Union oder in den Nachbarländern. Kein anderes Land in Europa kennt an so breiter Front derart flexible Regelungen. Die Schweiz schwingt im europäischen Vergleich auch obenaus, was das Gefühl der Arbeitssicherheit, den Anteil der Arbeitnehmenden mit betrieblich finanzierter Weiterbildung oder den Anteil der Haushalte mit einem Einkommen betrifft, mit dem sie gut oder sehr gut über die Runden kommen.
In Sachen Stress und Arbeitszeit sind wir aber auch Spitze. So geben rund 34% der Erwerbstätigen in der Schweiz an, sich häufig oder sehr häufig gestresst gefühlt zu haben. Dieser Prozentsatz ist im 2015 deutlich höher als im Jahr 2000 (27%) (Quelle BFS ValeurS). Wir haben die längste Arbeitszeit (kaum ein Betrieb mit weniger als 42 Stunden/Woche).

Wir im Perla Park versuchen unseren Arbeitnehmenden entgegen zu kommen, wenn sie, für eine kurze oder längere Dauer, aus gesundheitlichen, persönlichen oder familiären Gründen ihr Arbeitspensum reduzieren wollen.
Wir führen kontinuierlich Weiterbildungen Inhouse aber auch extern durch und unterstützen Weiterbildung, um noch mehr Qualität in unserem Heim zu haben. Dafür haben wir ein Weiterbildungsreglement, von dem alle Mitarbeitenden profitieren können.
Wir organisieren Fortbildungen, die alle Bereiche betreffen, wie z.B. der Umgang oder das bessere Verstehen von demenzerkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern.
Themen wie Brandschutz und Hygiene werden in periodischen Abständen praktisch geschult.

Das Wohl der Mitarbeitenden ist uns wichtig. Eine partnerschaftliche Ebene bedeutet, das Geben und Nehmen in einem Ausgleich stehen. Es ist mein Ziel, dass sich auch die Mitarbeitenden bei uns wohl fühlen. Auch das hat positive Nebeneffekte:

· Teams, die sich gut kennen, arbeiten effizienter, weil sich Jeder und Jede auf den Anderen verlassen kann
· Das Wohlbefinden steigert sich (weniger Stress)
· Fluktuationen und damit verbundene Kosten reduzieren sich

Es ist eine Daueraufgabe, immer wieder hin zu schauen und positive Veränderungen durchzuführen.
Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht, der Weg führt aber weiter, denn Stillstand wäre Rückschritt. Wichtig ist, wir handeln . . .

Walter Winteler, Geschäftsführer

Die nächste Ausgabe erscheint in ca. 8 Wochen.