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Newsletter Nr. 20 / Januar 2017

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Wahn oder Sinn; Nachtarbeit - Tendenz zunehmend

Im Krankenhaus, bei der Polizei, Feuerwehr, SBB und so weiter, sind Nachtschichten unverzichtbar. Auch im Supportbereich steigt die Tendenz Nachtarbeit einzuführen. Doch nachts arbeitet der Mensch nicht synchron zu seiner inneren Uhr und der Druck zu schlafen ist hoch.
Die stark flexibilisierte und individuell organisierte Arbeitswelt beschleunigt den Wandel hin zu einer 24 - Stunden Gesellschaft. Aber gibt es wirklich eine so grosse Anzahl von Menschen, die mit der Krankenversicherung oder der Bank um drei Uhr morgens kommunizieren will? Die um vier Uhr morgens einkaufen möchte?
Unbestritten ist, dass wir in der Nacht nicht synchron arbeiten und der Schlafdruck sehr hoch ist, weil der Spiegel des Schlafhormons Melatonin hoch ist. Unser Schlaf-Wach-Rhythmus wird durch dieses Hormon gesteuert und dessen Ausschüttung hängt vom Tageslicht ab. Nachtarbeit widerspricht also klar unserer Biorhytmik. Da Licht die Ausschüttung des Hormons hemmt, hilft es, wenn nachts bei genügender Beleuchtung gearbeitet wird und zum Schlafen das Zimmer verdunkelt wird, erklärt ein Arbeitsmediziner. (Quelle: wir Kaufleute 10/2016)

Warum arbeiten Menschen bevorzugt in der Nacht?

Menschen arbeiten meist in der Nacht, weil es für sie in die soziale Situation passt. Es kommt sogar vor, dass eine Mutter mehr Nachtdienste leistet, als es aufgrund ihres Schlafrhytmus empfehlenswert wäre. Nachts ist der Partner zu Hause und sobald die Kinder in der Schule sind, legt sich die Frau schlafen. Nach der Schule ist sie wieder für ihre Kinder da und nachts geht sie wieder zur Schicht. Aus Sicht der Familie ist zwar die Betreuung der Kinder am besten gewährleistet und es muss keine Fremdbetreuung finanziert werden. Früher oder später befindet sich diese Familie aber im "sozialen Jetlag". Vom "sozialen Jetlag " spricht man dann, wenn soziale Kontakte nicht mehr möglich sind. An den Kompensationstagen sind sie die einzigen die nicht arbeiten. Hinzu kommt, dass wenn sie zu 100 % im Nachtdienst arbeiten, sich an den Ruhetagen der Körper nicht umgewöhnen kann. Auch in den Ferien braucht es ein paar Tage bis der normale Tag- Nacht-Rhythmus wieder gefunden wird. Es kann dann sogar vorkommen, dass nach einer langen Nachtdienstphase eine 24 Stunden Schlafphase folgt bis hin zum dauererschöpften Zustand.
Fazit: Nachtdienst ist äusserst anspruchsvoll und bedingt eine robuste Gesundheit und eine Planung, welche die einzelnen Mitarbeitenden nicht überfordert.

Was hat das mit dem Perla Park zu tun?

Auch wir im Perla Park brauchen für die Betreuung und Begleitung unserer Bewohnerinnen und Bewohner in der Nacht Mitarbeitende die bereit sind, diese grosse Verantwortung zu übernehmen.
Wir versuchen die Nachtarbeit so einzuteilen, dass es zu keiner Überforderung kommt.
So arbeitet im Perla Park keine Mitarbeiterin im Nachtdienst mehr als 80 %. Wir gestalten mit den vorhandenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Arbeitseinsätze so, dass niemand überfordert wird und nach ein paar Nächten auch ein paar Tage Freizeit bezogen werden können. Wenn aufgrund der BESA-Punkte (Bewohnerinnen- Einstufungs- und Abrechnungssystem) und der Anhäufung von Nachtaktivität mehr Personal zum Einsatz kommen muss, sind wir nach sorgfältiger Abklärung bereit, zusätzlich eine Nachtwache zu engagieren.
Nachtarbeit kann auch attraktiv sein, weil die Arbeitszeit mit 10 % Nachtzuschlag gerechnet wird. Sie ist finanziell interessant, weil in der Nacht auch noch ein Zuschlag von Fr. 6.00 pro Stunde bezahlt wird.
Die Nachtwache deckt mit ihrem unermüdlichen Einsatz die Sicherheits-, die Pflege- und Betreuungsbedürfnisse unserer Bewohnerinnen und Bewohner ab.
Die Mitarbeitenden in der Nacht sorgen mit liebevollem Einsatz dafür, dass unsere Bewohner getreu unserem Leitbild, die Pflege und Betreuung erhalten die sie benötigen und von uns wünschen.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Nachtwacheteam.

Übrigens, wussten Sie dass...

· mehr als 200`000 Frauen und Männer in der Schweiz regelmässig Nachtarbeit leisten?

· Nachtarbeit (ab 23:00 Uhr bis morgens um 06:00 Uhr) in der Schweiz grundsätzlich verboten ist? Es gibt jedoch Ausnahmen, wenn entsprechende Bedingungen erfüllt und die vom Gesetz vorgesehenen Kompensationen gewährt werden.

· flexible Arbeitszeitmodelle und Schichtarbeit nicht dasselbe sind? Im flexiblen Arbeitsmodell arbeiten Angestellte zeitlich und örtlich möglichst selbstbestimmt. Im Schichtsystem wird in der vom Arbeitgeber vorgegebenen Zeitspanne gearbeitet.

· Nachtarbeit auch gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen kann? Der Erholungswert des Schlafes am Tag ist erwiesenermassen nicht derselbe wie in der Nacht.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich ein gesundes, erfolgreiches und glückliches 2017 und jede Nacht genügend tiefen Schlaf.