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Newsletter Nr. 22 / Juni 2017

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Löhne und Boni

Wie sieht das eigentlich aus mit den Löhnen und Boni in der Schweiz?
Ja, es gibt sie, die unanständigen Ausnahmen von sogenannten Spitzenmanager, die weiterhin Millionen absahnen und denen an den Aktionärsversammlungen nach wie vor unanständige Löhne und Vergütungen zugesprochen werden, die in keinem Verhältnis zu der Arbeitskraft stehen, die sie ihren Firmen zur Verfügung stellen. Die Briten nennen ihn "Fat Cat Day" den Tag der fetten Katze. Sie meinen damit das Datum, wenn die am besten entlohnten Firmenchefs so viel verdient haben wie der durchschnittliche Arbeitnehmer im ganzen Jahr. In der Schweiz verging der letzte Tag der "fetten Katzen" ohne Beachtung. Es war ein Montag. In den Kurorten atmete man auf, weil endlich der erste Schnee gefallen war. Wir sprechen vom 4. Januar 2017. Nach zwei Arbeitstagen haben die fetten Katzen bereits den Jahreslohn von Ihnen und mir kassiert..... !!

So viel Lohn kassierten die bestbezahlten Manager 2016

Die vier fettesten Katzen sind eigentlich Kater und hören auf die Namen Sergio, Joseph, Severin und Tidjane. Roche-Chef Severin Schwan erhielt 15 Millionen Franken Lohn, gefolgt von UBS-Chef Sergio Ermotti, der 14 Millionen für seine Arbeit kassierte. Novartis-Boss Joseph Jimenez kassiert 12 Millionen und Credit-Suisse Chef Tidjane Thiam "nur" 10,2 Millionen dafür, dass sein Betrieb einen Reinverlust von 2,7 Milliarden einfuhr und die Aktien der Kleinsparer in den Keller sackten.
Bei den sogenannten Spitzenmanager herrscht also richtig gehende Willkür. Und dies ist nicht etwa meine Meinung, sondern das Resultat einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung FehrAdvice. Die Forscher verglichen den Geschäftsgang der 20 grössten börsenkotierten Firmen mit den ausbezahlten Erfolgsboni im Zeitraum von 2010 bis 2015. Resultat: Sie fanden kaum einen Zusammenhang zwischen Vergütungen der Mitglieder des Topmanagements und der Unternehmensleistung. Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass es sogar weltweit keine einzige Studie gibt, die einen dauerhaften Zusammenhang zwischen fetten Boni und positiven Firmenerfolgen gibt. Eigentlich erstaunlich, denn die Grundidee der variablen Lohnanteile scheint zunächst plausibel. An den Firmenerfolg gekoppelte Boni sollen sicherstellen, dass die Führung im Sinne der Aktionäre handelt.
Doch was sich in der Theorie simpel anhört, erweist sich in der Praxis als viel vertrackter. Der Aktionär müsste der Geschäftsführung gegenüber, mittels Kennziffern definieren, was er unter Erfolg versteht. Wenn der Aktionär der Geschäftsleitung ungeeignete Kennziffern für den Erfolg vorgibt, erreicht er das Gegenteil dessen, was er wollte. Es entstehen Fehlanreize: Ein kleines Beispiel gefällig?
Stellen Sie sich ein Unternehmen vor, dass Äpfel mit einer Marge von 10 Prozent und Bananen mit einer Marge von 20% produziert. Die Absatzzahlen für beide Produkte sind identisch. Nun verlangt der Aktionär eine höhere Gewinnmarge und koppelt diese an einen Bonus. Was tut der Manager? Er nimmt die Äpfel vom Markt. Damit hat er die Marge um 5 % gesteigert und kassiert seinen Bonus. Unverdient, denn die Massnahme nützt nur einem: ihm selber. Die Hälfte der Belegschaft steht auf der Strasse, die Firma hat das profitable Apfelgeschäft verloren, dem Aktionär entgeht der Gewinn daraus. Nur der Manager ist zufrieden. Er hat die Vorgaben vollumfänglich erfüllt und kassiert den vereinbarten Bonus.
Das Beispiel ist vereinfacht, aber nicht an den Haaren herangezogen.
Das sind reale Tatsachen, dass meist für Personalabbau und Sparen belohnt wird, statt kontinuierlich gute Arbeit zu belohnen.
In den 48 grössten Schweizer Firmen werden also Manager belohnt, die den Personalabbau fördern aber dafür kurzfristig mehr Gewinn machen. ( Quelle: www.beobachter.ch/wirtschaft/managerloehne)

Was hat das mit dem Perla Park zu tun?

Eigentlich gar nichts. Und das ist gut so. Unsere Stiftung hat eine vernünftige Lohnpolitik. Die grösste Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Lohn beträgt das 2,7 fache.
Die Forderung, dass also ein Chef maximal das 12 fache des niedrigsten Lohnes erhalten darf, ist bei uns kein Thema. Die Löhne werden auch über die Gesamtlohnsumme im Verhältnis zu den Einnahmen geregelt. Das Kader hat während 5 Jahren auf eine Lohnerhöhung verzichtet und dafür die Mindestlöhne im Perla Park auf Fr. 4`000 erhöht. Auch hier haben wir also die "Mindestlohninitiative", die klar abgelehnt worden ist, schon einige Zeit eingeführt.
Für gute Arbeit erhalten unsere Mitarbeitenden auch ein angemessenes Salär. Dazu sind Essen und Getränke für die Mitarbeitenden im Perla Park gratis, werden im Lohn mit den vorgeschriebenen AHV-Sätzen berücksichtigt und auf dem Lohnausweis ausgewiesen.
Dank grossem Engagement schaffen wir es immer wieder, positive Resultate zu erzielen. Wir müssen auch ab und zu sparen oder auf die Ausgabenbremse drücken. Aber wir bezahlen keine Boni und machen deshalb keine falschen Sparübungen in dem wir zum Beispiel die Ausgabe von Kugelschreibern drosseln, minderwertige Produkte einkaufen oder das Personal abbauen und damit eine gute und persönliche Betreuung unserer Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr gewährleisten könnten.
Wir alle gehen gemeinsam den Weg der Vernunft und werden auch weiterhin dort investieren, wo es Sinn macht und unsere Bewohnerinnen und Bewohner oder unsere Mitarbeitenden davon profitieren können. Wir setzen auf Kontinuität, auch wenn das vielleicht unpopulär klingt.
Wir sind ein verlässlicher Partner für unsere Lieferanten und unsere Bewohnerinnen und Bewohner und wir wollen ein guter Partner sein, für die Mitarbeitenden, die unsere Philosophie verstanden haben und für die Angehörigen unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Wir bezahlen angemessene Saläre, der Verantwortung entsprechend und für einen guten Arbeitsplatz.

 

Unser Leitbild / Unser Haus

Unser Leitbild haben wir einer umfassenden Überprüfung unterzogen. Stimmen unsere Aussagen noch mit dem überein was wir anbieten, was sich unsere Kunden wünschen? Handeln und arbeiten wir auch so, wie wir das veröffentlichen? Wir sind der Meinung, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner bei uns gut aufgehoben sind. Sie erhalten die Pflege und Betreuung, die sie sich wünschen und werden dort unterstützt, wo sie noch Ressourcen haben und selbständig sein wollen.
Wir unterhalten unser Haus gut. Wir investieren in die Infrastruktur und bieten ein breites Angebot an Aktivierung an.
Niemand ist perfekt. Aber wir arbeiten daran, nahe an die Perfektion zu kommen. Abläufe, Dienstleistungen und Service werden laufend überprüft und den Gegebenheiten angepasst. Wir bilden uns ständig weiter um die Zeichen der Zeit rechtzeitig zu erkennen und entsprechend das gelernte auch anzuwenden.
Wir haben eine sinnvolle Aufgabe und wir identifizieren uns mit dem Leitbild des Perla Park.
Dazu brauchen wir keine Boni oder "Anreize" die nur wenigen zu Gute kommen. Wir bleiben bescheiden und anständig. Dies auch in Zukunft.
Kräftig unterstützt werden wir von unserem Führungsstab und Stiftungsrat, der den eingeschlagenen Weg wohlwollend begleitet. Herzlichen Dank auch für diese wertvolle und unentgeltliche Arbeit zum Wohle des Perla Park.

Walter Winteler
Geschäftsführer